Enten

Im März 2001 wollten sich die Richter vom Landgericht Nürnberg-Fürth nicht festlegen und konnten nicht bewerten, ob der "Entzug des Grünlandauslaufs nebst Bademöglichkeit" als tierquälerisch zu bezeichnen ist. "Dies sei letztlich eine Anschauungssache..."

Orientierungslos, bis die inneren Organe dem enormen Druck erliegen, bis die überfütterten Körper die Kraft verlässt oder bis die Enten elendig verdurstet sind. Ein stunden- oder tagelanges, qualvolles Sterben. Aus eigener Kraft schaffen es die Tiere nicht, sich wieder auf die Beine zu bringen.

Und so verenden viele dieser Enten elendig. Alles nur um noch schneller und noch mehr Profit aus der Massenqual zu schinden? Ja! Denn durch das spezielle Futter werden die sensiblen Wasservögel zu noch schnellerem und effektiverem Wachstum gezwungen. Innerhalb kürzester Zeit können die Enten geschlachtet und dem Verbraucher zum Verzehr angeboten werden. Je schneller das Wachstum, um so eher kann eine Halle neu mit Enten "besetzt" werden. Je eher die Halle wieder besetzt werden kann, um so höher ist die Gesamtzahl der "produzierten" Enten pro Jahr - und um so höher der Gewinn, der mit der Turbomast der Enten geschöpft wird.

Doch das Leiden hat viele Gesichter und so sieht man in den Anlagen ebenfalls Enten, die regungslos am Boden sitzen bleiben. Das Körpergewicht dieser Enten ist viel zu schnell angestiegen. Die Muskulatur bildete sich schneller und massiver heran als das Knochengerüst. Viel zu schnell ist ihr Wachstum vorangeschritten, viel zu schwer sind ihre mächtigen Körper für die schmalen Beine, die unter der enormen Last nachgegeben. Sofern diesen Enten nicht geholfen wird, werden sie in dieser Position elendig verdursten.

In dem 6 - 7 Wochen andauernden Leben lernen die Enten kein Tageslicht kennen.

Ihr Rhythmus wird von den lauten und automatischen Fütterungs- und Wasseranlagen bestimmt, die den Tieren das Fressen und Trinken aufdiktieren. Futter ist immer in mehr als ausreichender Menge vorhanden. In der Monotonie des Alltags bleibt den Tieren nur das Trinken und natürlich das Fressen. Es ist kein Wasser für die Gefiederpflege und für das "Gründeln" vorhanden. Die frische Einstreu überdeckt nur das Elend der vorangegangenen Wochen oder gar Monate. Auch trockene Ruhe- oder Liegezonen sind in diesen Haltungen nicht

vorhanden.

Die Enten haben keine Rückzugsmöglichkeit vor Artgenossen und so werden verletzte und zu schwache oder zu kleine Tiere von der Masse überrannt und totgetrampelt. Kranke und verletzte Tiere werden nicht von den anderen Enten separiert. Auch bleibt eine individuelle tierärztliche Versorgung aus, da die Kosten der Behandlung den Preis einer Ente übersteigen würden. Somit ist der kalkulierte Tod des Tieres günstiger und Gewinn bringender als eine Leben erhaltende Behandlung.

Nach ihrem relativ kurzen Leben in der stupiden und stinkenden Umgebung werden die Tiere brutal zusammengetrieben. Gewaltvoll werden sie in enge Plastikkörbe gesteckt und auf LKWs - gestapelt - verladen. Der Temperaturunterschied zur Halle beträgt in den Wintermonaten in den meisten Fällen über 20 Grad. Die Tiere frieren.

Oftmals erkranken die Enten auf der Fahrt zum Schlachthof an einer Erkältung oder gar an einem grippalen Infekt. In den Sommermonaten hingegen übersteigt die Temperatur im Halleninneren bei Weitem die Außentemperatur, so dass viele Enten in der brütenden Hitze elendig sterben, weil der Kreislauf versagt oder sie einen Hitzeschlag erleiden.

Am Schlachthof angekommen werden die Kisten abgeladen und geöffnet. Die Enten werden an den Hinterbeinen fixiert und mit den Köpfen nach unten in ein System gehängt, das einem Fließband ähnelt. Die Köpfe werden in ein Strombad getaucht, das die Tiere betäuben soll. Nach dem Strombad kommt die automatische Enthauptung zum Ausbluten. Die Enten, die den Kopf nicht im Strombad hatten, erleben die Prozedur bei vollem Bewusstsein. Was nun folgt ist der Tod durch Verbluten.....

Laut FAO (Food and Agriculture Organisation of United Nations) werden weltweit jährlich etwa 2.600.000 Tonnen Entenfleisch "produziert". Mit 28.000 Tonnen nimmt Deutschland in der Statistik Platz 9 ein. Im Jahr 2002 sind innerhalb der EU 367.000 Tonnen Entenfleisch produziert worden (Quelle: ZMP Agrarmärkte in Zahlen - Europäische Union 2003).

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