Klimakiller Fleisch fehlt auf der Agenda

Fleisch ist Klimakiller Nummer Eins

Obwohl öffentlich viel über den Klimawandel und Maßnahmen dagegen diskutiert wird, bleibt gerade der Konsum von Tierprodukten wie Fleisch, Milch und Eiern meist gänzlich unberücksichtigt. Kaum jemand ahnt, dass Fleisch Klimakiller Nummer Eins ist. Dies zeigt auch eine spontane Umfrage unter Passanten auf der Wiener Mariahilfer Straße.

Umweltbelastung: Folgen des Fleischkonsums

Klimawandel, immenser Ressourcenverbrauch und Biodiversitätsverlust: Der Fleischkonsum bringt viele negativen Folgen mit sich. Wer auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichtet, schützt die Umwelt!

Fleischkonsum schadet der Umwelt in vielerlei Hinsicht: Klimawandel, Ressourcenverschwendung und Artensterben. Wer Fleisch und andere tierische Produkte meidet, leistet einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Umweltschutz.

Die sogenannte Nutztierhaltung und die damit verbundene Futtermittelproduktion tragen wesentlich zum Klimawandel und Artensterben bei. Sie belasten Luft, Böden sowie Gewässer und beanspruchen unnötig große Mengen an Energie, Fläche und anderen Ressourcen. Die Umweltbelastung allein durch den Fleischkonsum in Deutschland ist immens.

Tiere essen: Fleischkonsum in Deutschland

Rund 60 Kilogramm Fleisch isst jeder Bundesbürger in Deutschland im Durchschnitt pro Jahr. Im Laufe seines Lebens summiert sich das für jeden Einwohner auf über 1.000 für den Verzehr geschlachtete Tiere – Fische und andere Meerestiere nicht mitgerechnet. Insgesamt sterben noch weitaus mehr Tiere in Folge der industriellen „Nutztierhaltung“ und Fischerei als allein durch Schlachtung und Fang. Abgesehen von unerwünschten „Nebenprodukten“ wie männlichen Küken in der Ei-Produktion oder dem Beifang auf dem Meer sind die intensive Land- und Fischereiwirtschaft für den Tod von weiteren Milliarden Tieren verantwortlich. Denn beide schädigen massiv die Umwelt und zerstören oder beeinträchtigen damit den Lebensraum etlicher Arten, beispielsweise von Amazonas-Flussdelphinen, Feld-hamstern und Wildbienen. Die Produktion tierischer Lebensmittel hat daher auch einen bedeutenden Anteil am Artensterben.

Ursachen des Klimawandels

Die Landwirtschaft – weltweit wie auch in Deutschland – ist eine wesentliche Ursache der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung. Sie ist für den Großteil der Treibhausgase Lachgas und Methan verantwortlich, die weitaus klimaschädlicher sind als Kohlendioxid (CO2).

Zum Treibhauseffekt und damit zur Erderwärmung trägt die Landwirtschaft zudem erheblich durch sogenannte Landnut-zungsänderungen (Entwaldung, Grünlandumbruch, Moor-nutzung) bei. Die Erzeugung und der Konsum tierischer Lebensmittel, insbesondere von Fleisch, verursachen dabei weitaus mehr CO2 und andere Treibhausgase als pflanzliche Produkte. Eine pflanzenbasierte Ernährung verringert die Umweltbelastung deutlich, den CO2-Fußabdruck etwa um über 50 %.

Klimawandel: Industrielle Landwirtschaft als Ursache

Unser Essverhalten ist eine wesentliche Ursache des Klima-wandels. Die Ernährung trägt erheblich zum Gesamtausstoß an Treibhausgasen und damit zur Erderwärmung bei. Eine Reduktion von tierischen Produkten ist daher ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz.

Vergeudung wertvoller Ressourcen

Die Produktion von Fleisch und anderen tierischen Nahrungs-mitteln ist eine große Energie- und Ressourcenverschwendung.

Sie verbraucht weitaus mehr unserer Lebensgrundlagen als pflanzliche Lebensmittel. Über 70 % der globalen Agrarflächen sind Weideland, das teilweise zum Anbau von pflanzlicher Nahrung für den Menschen nutzbar wäre. Vom weltweiten Ackerland selbst werden wiederum über 70 % für die Erzeugung von Futtermitteln beansprucht. Die „Umwandlung“ pflanzlicher in tierische Kalorien verschwendet riesige Flächen sowie Wasser, Pflanzennährstoffe und fossile Energieträger.

Industrielle Tierhaltung fördert Ressourcenverschwendung

Die Produktion von Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln hat viele negative Auswirkungen auf die Umwelt. Immenser Flächenverbrauch, gravierende Bodenschäden und Wasserver-schmutzung sind nur ein paar der Probleme der industriellen Tierhaltung. Hier ist ein Umdenken erforderlich.

Der Großteil unserer globalen Landflächen wird durch die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln beansprucht. Aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Fleisch und Milch wird zunehmend mehr Fläche in Weiden und Ackerland umgewandelt – vor allem auf Kosten der Wälder. Eine Ernährung mit reichlich Fleisch, Fisch, Milch und Eiern verbraucht zudem unnötig viel Wasser, Energie und fruchtbaren Boden.

Die meisten Landflächen sind Weiden

Bereits über 70 % der Landfläche sind Weideland. Ertrags-steigerungen sind auf vielen dieser Flächen kaum mehr möglich. Viele sind übernutzt, was zu ernsten ökologischen Problemen auf diesen Flächen führt. Aber auch die Umwandlung der Weideflächen in Äcker wäre meist wenig sinnvoll und in ökologischer Hinsicht keine Verbesserung. Sie eignen sich oft nicht für den Ackerbau aufgrund der Lage oder Bodenbe-schaffenheit. Zudem führt die Umwandlung von Grünland in Äcker zu Treibhausgasemissionen.

Tierfutter beansprucht riesige Ackerflächen

Es ist gar nicht entscheidend, wie viele der heutigen Weiden überhaupt als Ackerland geeignet sind. Denn der Anteil der weltweiten Ackerfläche, auf der Futtermittel wachsen, ist mit rund 50 % sehr hoch. 40 % der Felder beansprucht der Anbau pflanz-licher Nahrungsmittel. Der Rest wird für die Industrie sowie zur Energie- und Kraftstofferzeugung genutzt. Durch Verschlech-terung und Erosion der Böden geht zudem immer mehr Ackerland unwiederbringlich verloren. Eine nachhaltigere und effizientere Nutzung der vorhandenen Ackerflächen ist daher unabdingbar.

Nahrungsmittelverschwendung durch Veredelungsverluste

Trotz aller leistungssteigernden Qualzuchten in der Massentierhaltung ist der Großteil der Produktion tierischer Nahrungsmittel ineffizient. Die wenigsten „Nutztiere“ leben allein von Gras oder anderen für den Menschen nicht nutzbaren Nahrungsquellen. Meist erhalten Kühe, Schweine und Hühner eiweißreiche Futtermittel wie Soja, Mais oder anderem Getreide, welche die Menschen auch direkt essen könnten.

Nahrungsmittel an sogenannte Nutztiere zu verfüttern, heißt beschönigend „Veredelung“. Diese Verschwendung von Eiweiß (Protein) und Energie ist je nach Tierart, Futtermittel und Fütter-ungsmethode unterschiedlich groß und kann bei Rindern leicht das Zehnfache der eingesetzten Kalorien betragen. Bei der Mast von Schweinen gehen rund 80 % der Futtermittelenergie und etwa 90 % der eingesetzten Proteine verloren. Die Tiere nutzen die Energie und Nährstoffe aus dem Futter in erster Linie für ihren Stoffwechsel. Nur ein geringer Anteil davon ist als Fleisch, Milch oder Eier für die menschliche Ernährung nutzbar.

Große Umweltprobleme durch Fischzucht in Aquakulturen

Anders als häufig vermutet, trägt auch die Aquakultur zur Verschwendung natürlicher Ressourcen bei. Viele Zuchtfischarten werden mit tierischen Proteinen in Form von Fischmehl gefüttert, darunter die in Deutschland am häufigsten verzehrten Speise-fische wie Thunfisch, Lachs, Forelle, Dorade oder Wolfsbarsch. Fischmehl wiederum stammt aus gefangenen Wildfischen. Allein Zuchtlachse benötigen für jedes Kilogramm Fisch die drei- bis sechsfache Menge an Futterfischen. Aquakultur verschärft daher in vielen Fällen das Problem der Überfischung von Meeren und anderen Gewässern. Zudem haben Fäkalien, Pestizide, Medikamente und gentechnisch veränderter Tiere aus der Aquakultur viele weitere nachteilige Folgen für die Umwelt. Die häufig ungeklärten Abwässer der Fischzuchten bedrohen vor allem in Asien wichtige Trinkwasserquellen der Bevölkerung.

Tierhaltung verschmutzt Wasser

Die Verschmutzung von Trinkwasser sowohl durch Aquakulturen als auch durch Viehhaltung ist erheblich und meist noch problematischer als deren direkter Wasserverbrauch. Riesige Mengen Gülle aus der Massentierhaltung landen auf Äckern – zusammen mit Antibiotika und teils gefährlichen Krankheitserregern wie Salmonellen, EHEC und Listerien. Besonders der Stickstoff aus der Gülle ist in Form von Nitrat ein Problem für unser Trinkwasser, das hierzulande vornehmlich aus dem Grundwasser stammt. Gerade in Gegenden mit vielen tierhaltenden Betrieben sind die Messwerte oft alarmierend. Im Körper kann Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden und Krebs verursachen.

Beeinträchtigung der Wasserqualität und Fischsterben durch Überdüngung

An den Küsten und in anderen wasserreichen Biotopen bedroht Gülle darüber hinaus die Artenvielfalt. Der übermäßige Nährstoffeintrag durch Nitrate lässt Algen sprießen. Diese entziehen dem Wasser Sauerstoff und können ein Fischsterben auslösen. Zudem produzieren einige Algen auch für den Menschen gefährliche Giftstoffe.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite benutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies entsprechend den Bestimmungen unserer Datenschutzerklärung zu. Wir sammeln keine Daten, über die Sie persönlich identifiziert werden können. mehr Infos