Aquakultur

Die Aquakultur (Fischzucht in kontrollierter Umgebung) ist zu einer Multi-Millionen-Dollar- Industrie geworden. Fast die Hälfte der heute konsumierten Lachse, 40 Prozent der Weichtiere und 65 Prozent der Süßwasserfische verbringen den Großteil ihres Lebens in Gefangenschaft. Das National Fisheries Institute bezeichnet die Aquakultur als "einen der am schnellsten wachsenden Lebensmittelproduktionssektoren der Welt."

Ganz aus der Natur herausgenommen werden die auf Aquafarmen gezüchteten Fische in Stahlgebäuden in Tanks zusammengepfercht. Hightech-Massensysteme kontrollieren Futter, Licht und Wachstumsstimulation. Es werden Medika-mente, Hormone und Gentechnik eingesetzt, um das Wachstum zu beschleunigen und das Fortpflanzungsverhalten zu verändern.

Um Gewinn einzubringen, müssen die Aquafarmen große Mengen an Fischen in intensiver Gefangenschaft züchten. Durch diese Überfüllung erleiden die Fische Verletzungen an Maul und Flossen sowie anormalen Stress, was zu Krankheitsausbrüchen führt. Die Aquafarmer pumpen die Fische also voll mit Antibiotika und Chemikalien, um Parasiten, Haut- und Kiemeninfektionen und andere bei Zuchtfischen häufige Krankheiten zu kontrollieren. Eine Chemikalie namens Dichlorvos, die zur Tötung von Meeresläusen eingesetzt wird, ist hochgiftig für alle Lebensformen im Meer und verursacht bei Lachsen häufig Anfälle.

Die Aquakultur berücksichtigt nicht die natürlichen Gewohnheiten und Instinkte der Fische. In freier Natur findet die Lachswanderung vom Süß- ins Salzwasser schrittweise statt, doch auf Aquafarmen verursacht der abrupte Übergang ein solches Trauma, dass bis zu 50 Prozent der Fische sterben. Viele Fische zeigen Anzeichen von Frustration und Stress, etwa ständiges Springen.

Fisch essende Vögel werden von offenen Aquakultur-Becken als Nahrungsquelle angezogen. Statt humane Maßnahmen zu ergreifen, um die Vögel vom Fischessen abzuhalten, etwa indem Netze über den Becken gespannt werden, töten viele Aquafarmer die Vögel einfach.

Die Zeit der Schlachtung hält neue Traumata bereit. Den Fischen wird oft tage- oder sogar wochenlang vor der Schlachtung das Futter entzogen, um die Kontaminierung des Wassers mit Abfall während des Transports zu reduzieren. Einige Fische werden ohne Betäubung getötet; ihre Kiemenbögen werden durchgeschnitten und man lässt sie voller Krämpfe und anderen Schmerzanzeichen verbluten. Andere werden getötet, indem man einfach das Wasser ablaufen lässt, so dass sie langsam ersticken.

Sie können etwas bewirken. Essen Sie keinen Fisch; entscheiden Sie sich für eine gesunde und humane vegeta-rische Ernährung.

Aquafarmen richten verheerenden Schaden an der Umwelt an

Bei der Zucht von 1 Tonne Fischen werden 8 Tonnen Wasser verbraucht. Die Massenproduktion von Garnelen verbraucht noch bis zu zehnmal mehr Wasser.

Laut dem Magazin Science produziert eine 8 000 qm große Lachsfarm so viel Abfall wie eine Stadt mit 10 000 Einwohnern. Die Lachsfarmen in British Columbia produzieren so viel Abfall wie eine Stadt mit einer halben Million Einwohner.

Aquakulturfarmen leiten Abfall, Pestizide und weitere Chemikalien direkt in ökologisch empfindliche Küstengewässer ab und zerstören damit die dortigen Ökosysteme. Und Aquakulturfarmen, die Fische in eingezäunten Bereichen in natürlichen Gewässern züchten, töten damit natürliche Lebensräume ab, indem sie sie weit über ihre Kapazität hinaus überfrachten. Durch den Abfall der Fische können riesige Flächen mit grünem Schleim auf der Wasseroberfläche entstehen, wodurch der Sauerstoffgehalt verringert und viel Leben im darunter befindlichen Wasser getötet wird.

In Brasilien veränderten die Zerstörungen durch die Aquakultur das örtliche Klima so sehr, dass einige Betriebe gezwungen wurden zu schließen.

Und während die Aquafarmer die Aquakultur gerne als Alternative zur Dezimierung der Fischpopulationen anpreisen, sind viele der von ihnen gezüchteten Fischarten Raubtiere, wie Lachse und Garnelen, und werden mit Meeresfischen gefüttert. Für die Produktion von 1 Pfund Zuchtfisch werden 5 Pfund Meeresfisch benötigt.

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